
IT-Optimierung
Ein Geheimrezept gegen Erderwärmung und Finanzkrise?
Klimawandel war das Schlagwort 2008 - bevor es von der noch übermächtigeren Finanzkrise abgelöst wurde. Plötzlich geht es wieder nur um Kosteneinsparungen. Sind die drohende Erderwärmung und Pläne zur CO2-Reduzierung schon wieder vergessen? Rücken Nachhaltigkeits-Projekte jetzt wieder vollkommen in den Hintergrund?
Langfristig denkende Unternehmen investieren heute in Projekte, die sowohl Kosten senken als auch die Ökobilanz verbessern. Denn Nachhaltigkeit und Kostenoptimierung schließen sich nicht aus. Programme zur Senkung des Energiebedarfs reduzieren beispielweise nicht nur CO2-Emissionen, sondern auch die Energiekosten. Angesichts steigender Energiepreise, den immer deutlicher absehbaren Folgen übermäßigen Energiekon-sums und zukünftig evtl. besteuerten CO2-Emissionen, schlagen Sie so zwei Fliegen mit einer Klappe. Ihre Kosten werden gesenkt und Ihr Unternehmen ist nachhaltiger aufgestellt und damit für die Zukunft gewappnet.
Ansatzpunkt Rechenzentrum
Amerikanischen Studien aus dem Jahr 2006 zur Folge machen Rechenzentren heute 1,5 % des Energiebedarfs Amerikas aus. Studien für Großbritannien von 2008 kommen sogar auf 2,2 bis 3,3 %. Rechenzentren sind somit ein ganz offensichtliches Ziel für Optimierungsmaßnahmen, sei es intern oder extern durch Regierungsvorgaben initiiert.
Fujitsu hat solche Optimierungsmaßnahmen in seinem Rechenzentrum bereits durchgeführt. Durch eine Verbesserung des Kühlsystems, Veränderungen der Temperatur- und Luftfeuchtig-keitseinstellungen, das Einrichten von kühlen und warmen Gängen im Gebäude und eine Verringerung des Lichts konnte der Energieverbrauch 2007/2008 um 20 % gesenkt werden.
Auf dem Weg zu einer CO2- und kostensparenden IT ist jedoch ein Umdenken erforderlich. Lange Zeit herrschte in der IT ein ausgeprägtes Besitzdenken: „Mein PC, mein Drucker, mein Server“. Solange weder Kosten noch CO2- Emissionen eine große Rolle gespielt haben, war das auch kein Problem. Schaut man sich aber jetzt an, dass ein durchschnittlicher Rechenzentrumsserver so viel Energie verbraucht wie ein spritfressender Geländewagen oder dass der Energieverbrauch in drei Jahren die Anschaffungskosten des Servers überschreitet, fällt es schwer, an den alten Regeln festzuhalten.
Einsparungen von über 40%
In welchem Maße durch IT-Optimierungsmaßnahmen sowohl Energie als auch Kosten gespart werden können, zeigt ein Beispiel aus Frankreich. Dort haben wir 197 Drucker, Kopierer, Scanner und Faxmaschinen durch 23 Multifunktionsgeräte ersetzt. Die Reduktion von Papier und Energie hat zu Kosteneinsparungen von 42 % bzw. ca. 800.000 Euro geführt. In einer Verwaltung in England haben wir kürzlich sämtliche Office- und Business- Applikationen als Shared Service eingeführt und alle oben beschriebenen Optimierungsmaßnahmen in den Rechenzentren durchgeführt. So konnten 40 % der Energie eingespart werden. Je mehr Benutzer sich den Shared Services anschließen umso effektiver werden sie zudem.
Maßnahmen zur Reduzierung von Geschäftsreisen oder Anfahrten zum Unternehmen wie z. B. virtuelle Meetings oder Home Office können sowohl Kosten als auch CO2-Emissionen reduzieren. Wir haben festgestellt, dass wir durch 10 % weniger Meetings pro Jahr so viel Energie sparen, wie ein ganzes Dorf mit 1000 Bewohnern verbraucht und außerdem etwa 6 Mio. Euro an Reisekosten. Zusätzlich zu den eingesparten Fahrtkosten zeigt sich, dass die Tendenz zu vielen Meetings und zu uneffizienter Gruppenarbeit abnimmt, wenn die Beteiligten nicht an einem Ort und persönliche Meetings so schwieriger einzuberufen sind.
Auch die Umstellung von gedruckten Dokumenten auf elektronische Verarbeitung, beispielsweise durch die Einführung digitaler Personalakten, erfüllt die zwei Ziele Kostenreduzierung und Umweltfreundlichkeit: Durch die Optimierung der Prozesse können Einsparungen von bis zu 40% erzielt werden. Gleichzeitig werden kein Papier und damit wertvolle Ressourcen verschwendet.
Die hier beschriebenen so offensichtlichen Ansatzpunkte für Kosten- und Energiereduktion mögen schnell abgearbeitet sein. Doch einmal angefangen, tun sich immer neue Möglichkeiten auf und die Einsparungen aus durchgeführten Prozessoptimierungen können für neue Projekte genutzt werden.
Nachhaltig Prozesse optimieren: das neue „green lean“
Lean bedeutet überflüssigen Aufwand zu beseitigen. Die Nachhaltigkeitsbewegung ist Folge der Erkenntnis, dass die Ressourcen endlich sind und unserer Umwelt durch den Energieverbrauch Schaden zugefügt wird. In beiden Fällen geht es darum, die bestehenden Prozesse zu überdenken und zu verändern, um künftig mit einem geringeren Ressourceneinsatz hochqualitative Ergebnisse zu erzielen. Lean bzw. green lean bedeutet, Ressourcenverschwen-dung, und zwar solche, die für die Umwelt schädlich ist, ein Ende zu setzen - und das mit Fokus auf die erbrachten Leistungen und die Qualität für den Endkunden. Es bedeutet, mehr aus den Ressourcen herauszuholen, die wir haben, und sich der begrenzten Verfügbarkeit dieser Ressourcen bewusst zu werden.
Optimieren Sie mittels green lean Ansatz Ihre Prozesse, das heißt mit einem zusätzlichen Fokus auf die Nachhaltigkeit erreichen Sie Kostensenkungen und tätigen ein langfristiges Investment in die Zukunft Ihres Unternehmens. Um die in internationalen Abkommen verabschiedeten Klimaziele zu erreichen, ist davon auszugehen, dass Regierungen die Regelungen für CO2 -Emissionen in Zukunft verschärfen. Zusätzlich ist eine Investition in Nachhaltigkeit auch eine Investition in das Image Ihres Unternehmens und steigert die Attraktivität Ihres Unternehmens für Kunden und erstklassige Bewerber.
IT-Optimierung und IT-Technologien bieten viele Möglichkeiten sowohl Kosten als auch den Energiebedarf nachhaltig zu senken. Damit lohnen sich Investitionen - trotz Finanzkrise.
