
Verstehen als Erfolgsrezept
Wie schaffen es Einzelhändler in ihrem Markt - einem der hart umkämpftesten überhaupt - kontinuierlich weiter zu wachsen und wettbewerbsfähig zu bleiben? Frank Detee, verantwortlich für Forschung und Entwicklung bei Auchan, erklärt, wie ihre Geschäftsstrategie ihnen hilft, in wachsenden Märkten Fuß zu fassen.
Angesichts gesättigter Heimatmärkte erlebt man es immer mehr, dass Einzelhändler global expandieren, um weiteres Wachstum zu erzielen. Auchan ist hier keine Ausnahme. Als Frankreichs drittgrößte Supermarktkette verfügt Auchan über die ausreichende Größe und Marktposition, um in Wachstumsmärkte einzutreten, die eine große Bevölkerung und damit einen hohen Konsum sowie ein steigendes Bevölkerungseinkommen versprechen. Die Chancen, die diese Märkte bieten, sind kaum abzustreiten, es gibt jedoch auch einige Herausforderungen. Eine der größten ist dabei die Kultur. Ist es daher einfach möglich, die vorhandene Geschäftsstrategie auch in den anderen Märkten anzuwenden?
Frank Detee, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei Auchan, hat als IT-Direktor 10 Jahre lang das China-Geschäft von Auchan mit aufgebaut. Seiner Meinung nach muss, so wie auch die Produktpalette an die lokalen Ansprüche angepasst wird, auch die Geschäftsstrategie für Veränderungen offen sein. „Wir mussten in die jeweilige Kultur eintauchen und offen für lokale Geschmäcker und Arbeitsweisen werden. Es wäre arrogant zu denken, dass es anders möglich wäre. Glücklicherweise gibt Auchan ihren lokalen Teams weitreichende Autonomie und so die Möglichkeit, das Angebot entsprechend der Anforderungen der Kunden auszurichten. Jeder Country Manager kann seine eigenen Ziele verfolgen und erhält dabei Unterstützung durch die Zentrale in Frankreich“, so Detee.
Langfristiges Denken
Könnte dieser dezentralisierte Ansatz als zu riskant angesehen werden? „Unsere Unternehmenskultur ermutigt uns, Risiken einzugehen. Nicht übermutig zu sein, aber das zu tun, was wir für richtig halten und was wir glauben, im jeweiligen Land funktioniert. Das beweist wahres Engagement für den Markt. Indem wir auf lokale Anbieter z. B. in Shanghai oder Beijing setzen, ermöglichen wir der Gesellschaft vor Ort zusammen mit uns zu wachsen“, erklärt er.
Diese langfristige Denkweise spiegelt sich auch in der Eigentümerstruktur von Auchan wider. Etwa 13% der Unternehmensanteile sind im Besitz der 110.000 Mitarbeiter in acht Ländern. „Die dahinterstehende Philosophie ist, Know-how und Wohlstand zu teilen. Die Mitarbeiter werden motiviert, Entscheidungen zu treffen und ernten die Früchte ihrer Arbeit.“ Detee fügt hinzu: „Ihr Erfolg ist eng mit dem von Auchan verbunden. Außerdem können wir unsere langfristigen Ziele verfolgen, ohne immer wieder auf externe Shareholder Rücksicht nehmen zu müssen, die nur den schnellen Profit im Sinn haben.“
Durch Kundenorientierung auf Erfolgsspur
In einer Branche, in der der Kunde König ist, können Entscheidungen nicht isoliert getroffen werden. Den Kunden genau zuzuhören und auf ihre Erwartungen einzugehen, hat bei Auchan oberste Priorität. „Jedes Land führt seine eigenen monatlichen Befragungen durch, in die auch das oberste Management involviert ist. Dadurch können wir sicherstellen, dass die Kundenzufriedenheit kontinuierlich auf einem hohen Level ist und erfahren, was den Kunden wichtig ist - sei es z. B. gesünderes Essen, eine bessere Auszeichnung der Lebensmittel oder eine Produktpalette für alle Einkommen.“ Auchans Ziel ist es, der Beste in der Branche zu sein, nicht unbedingt der Größte. Mit einer internationalen Ausrichtung und einem nach innen gerichteten Fokus ist die Auchan Gruppe auf dem besten Weg, langfristig erfolgreich zu sein.
