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Applikationen sterben keines natürlichen Todes

Applikationen sterben keines natürlichen Todes

Erfahren Sie, warum es trotzdem sinnvoll sein kann, sie zu Grabe zu tragen

Zwischen 60 und 70% des IT-Budgets werden dafür verwendet, bestehende Systeme zu pflegen. Weitere ca. 25% werden hauptsächlich dafür aufgewendet, existierende Systeme zu integrieren. Nur erschreckende 10 bis 15% des Budgets werden eingesetzt, die Systeme zu verbessern und so das Unternehmen nach vorne zu bringen. Besonders ältere, in die Jahre gekommene Applikationen, die auf unstrukturierte Art und Weise weiter entwickelt wurden, verursachen hohe Kosten für Wartung und Pflege bei einem in der Regel nur noch geringem Wertbeitrag.

Das Problem beim Management von Applikationen: Ihre Leistungsfähigkeit hinkt den veränderten Geschäftsanforderungen oftmals hinterher, was die IT meist mit Weiterentwicklungen, Zusätzen und Integrationen aufzufangen versucht. Das Ergebnis: Applikationen, die zu Funktionalitäten weiterentwickelt wurden, für die sie ursprünglich gar nicht gedacht waren und unstrukturierte, gewachsene Applikationskonstrukte, die eher einem Wirrwarr gleichen.

Altlasten kommen Unternehmen teuer zu stehen

Fälle, wie bei diesem Kunden sind keine Seltenheit: Hier wurden jeweils gerechtfertigt durch einen bestimmten Business Case und teilweise basierend auf der Funktionalität bestehender Lösungen immer wieder unterschiedliche Abrechnungssysteme entwickelt. Es wurde jedoch vernachlässigt diese so zu gestalten, dass die alten Systeme still gelegt werden konnten. Am Ende stand der Kunden mit vier Abrechnungssystemen da, von denen mindestens zwei hätten längst außer Betrieb genommen werden sollen.

Angesichts der hohen Kosten für die Verwaltung solcher Altlasten und ihrem nur noch geringen Wertbeitrag für das Unternehmen sollten Applikationsportfolios kein stetig wachsendes Konstrukt darstellen. So wie neue Applikationen in Betrieb genommen werden, sollten beizeiten auch die alten Schätzchen zu Grabe getragen werden.

Letzteres fällt vielen Managern schwer. Dabei könnten überflüssige Aufwände vermieden werden, wenn IT-Manager nicht rentablen IT-Projekten konsequent ein Ende setzen würden. Die immer weiter gehende Anpassung veralteter Applikationen wird jedoch oftmals nicht gestoppt, da sich das Management mit Hinblick auf die einmal in damals wertschaffende Applikationen getätigten Investitionen schwer tut, diese außer Betrieb zu nehmen.

SOA als Ausweg aus dem Applikationswirrwarr

Ein typischer Weg, dem Wertverfall der Applikationen entgegen zu wirken, ist Offshoring. Applikationen in Ländern mit günstigen Lohnstrukturen weiterentwickeln zu lassen, reduziert jedoch nur die Kosten und hat keinerlei Einfluss auf den oftmals nicht mehr adäquaten Wertbeitrag der Applikationen. Schlüssel zu einem besser strukturierten Applikationsportfolio sind vielmehr Service-orientierte Architekturen mittels derer das traditionelle starre Applikationskonzept aufgebrochen wird. Die Aufspaltung in kleine, wieder verwendbare und spezielle Unternehmensleistungen erbringende Service-Kompontenten führt zu einer besseren Anpassungsfähigkeit. Dadurch, dass die einzelnen Service-Elemente wieder verwendet werden können und sich flexibel zu beliebigen Geschäftsprozess-Ketten kombinieren lassen, kann veränderten Geschäftsanforderungen besser Rechnung getragen werden.

Governance Prozesse als Erfolgsrezept

Trotz der Wiederverwendbarkeit der Service-Elemente sind mit einem SOA Standardkatalog nicht per se die zukünftigen Geschäftsanforderungen abgedeckt. Ein Standardkatalog an Service-Elementen ohne entsprechende Governance Prozesse löst noch nicht das Problem, dass die Technologie den veränderten Geschäftsanforderungen zumeist nicht schnell genug nachkommt.

Eine SOA in ein vorhandenes Applikationsportfolio zu integrieren stellt Ansprüche an das IT-Management. Erforderlich sind Governance-Prozesse, die neben den Kosten die Nutzung und den Wertbeitrag und die Abhängigkeiten der einzelnen Applikationselemente bewerten. Eine SOA kombiniert mit dererlei Governance-Prozessen bietet die Möglichkeit, das Applikationsportfolio übersichtlich, wertschaffend, anpassungsfähig und berechenbar zu gestalten.