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Partnerschaft, Allianz, Dresdner, Agis, Outsourcing, Outtasking

AGIS und Fujitsu Services schließen strategische Partnerschaft für Desktop-, Netz- und Telekommunikationsservices bis 2012 ab

Im Sommer 2006 kündigte die Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH (AGIS), die deutsche IT-Tochter der Allianz, eine strategische Zusammenarbeit für die Bereiche Desktop-, Netz- und Telekommunikationsservices an. Der jetzt für Deutschland abgeschlossene Vertrag mit der Fujitsu Services GmbH liegt bei einem Gesamtwert von rund 400 Millionen Euro netto. Im Zuge dieses Übergangs werden circa 500 Stellen zu Fujitsu Services überführt.

Wir haben mit Dr. Kurt Servatius, Vorsitzender der AGIS Geschäftsführung und Winfried Holz, Geschäftsführer Fujitsu Services Deutschland über die Partnerschaft gesprochen.

Herr Dr. Servatius, die AGIS hat sich für Fujitsu Services entschieden. Warum?

Dr. Kurt Servatius, Vorsitzender der AGIS Geschäftsführung: „Bei der Suche nach einem Partner für dieses Geschäftsfeld ging es uns vor allem darum, den Mitarbeitern eine gute Zukunftsperspektive zu geben. Mit Fujitsu Services haben wir dafür einen geeigneten Partner gefunden. Fujitsu will in diesem Geschäftsfeld in Deutschland weiter wachsen. Das ist mit Sicherheit die beste Voraussetzung, um langfristig Beschäftigung zu sichern. Fujitsu ist weltweit unter den IT-Service-Providern die Nummer zwei. In Europa ist das Unternehmen gut aufgestellt. Das Unternehmen will gerade auch in Deutschland weiter investieren. Das Leistungsportfolio und die Servicequalität von Fujitsu haben nicht nur die AGIS, sondern auch unsere Kunden überzeugt. Ich danke allen Mitarbeitern, die auf Seiten der Anbieter und in der Allianz mitgeholfen haben, diese Partnerschaft aufzubauen.“

Herr Holz, Fujitsu Services will bei dieser Service-Übernahme Kosten reduzieren. Wie soll das funktionieren, wenn Sie alle AGIS Mitarbeiter übernehmen, die auch bisher mit diesen Aufgaben betraut waren?

Winfried Holz, Geschäftsführer Fujitsu Services Deutschland: „Im Gegensatz zu vielen unserer großen Mitbewerber haben wir keine Überkapazitäten. Ich freue mich über diesen Outtasking-Auftrag, gerade weil er unsere Wachstumspläne in Deutschland unterstützt. Wir bauen unsere Leistungsstärke im Desktop Managed Services Umfeld weiter aus, um so zusätzliche Aufträge zu gewinnen und zu realisieren. Die übernommenen Mitarbeiter werden Teil einer größeren, europaweiten Service-Organisation. Sie spielen eine wichtige Rolle in unserer Wachstumsstrategie. Die Mitarbeiter, die aus der AGIS kommen, werden uns sukzessive auch bei der Betreuung von Neukunden unterstützen. Wir werden durch Wachstum Auslastung schaffen. Fujitsu sieht sich in der Verantwortung und übernimmt das volle Auslastungsrisiko. Wir bieten langfristige Arbeitsplatzsicherheit und zahlreiche Möglichkeiten der Karriereentwicklung.“

Herr Dr. Servatius, wie beurteilen Sie das erreichte Ergebnis, insbesondere im Hinblick auf die Übergangsbedingungen für die Mitarbeiter?

Dr. Kurt Servatius, Vorsitzender der AGIS Geschäftsführung: „Als wir letztes Jahr ankündigten, dass einige Services ausgelagert werden sollen, haben wir gleichzeitig versprochen, für die betroffenen Mitarbeiter Beschäftigung sichernde Maßnahmen auszuhandeln. Diesem Versprechen sind wir nachgekommen - wir haben einen Bestandsschutz und die Sicherung der bestehenden Konditionen erreicht. Darüber hinaus bietet die Wachstumsstrategie von Fujitsu Services klare Perspektiven für unsere Mitarbeiter in ihren Kompetenzbereichen. Insgesamt erreichen wir durch die langfristig ausgerichtete Partnerschaft die nötige Flexibilität und Synergien, um unsere deutschen Kunden, die Allianz Deutschland und die Dresdner Bank, mit innovativen und preisgünstigen IT-Dienstleistungen zu unterstützen.“

Worin liegt der Mehrwert, den Fujitsu Services bei der Übernahme der beschriebenen Services generiert?

Winfried Holz, Geschäftsführer Fujitsu Services Deutschland: „Desktop Managed Services sind eine unserer Kernkompetenzen. Unsere ausgefeilten und bei zahlreichen Kunden bewährten Methoden haben auch die AGIS überzeugt, dass wir der richtige strategische Partner sind. Das Fujitsu TRIOLE™ Konzept für Services bietet die Grundlage dafür, dass wir IT-Infrastruktur und IT-Prozesse in hoher Qualität und gleichzeitig kostengünstig anbieten können. Die auf Vorlagen, so genannten „Templates“, basierenden Prozesse lassen sich optimal integrieren und gewährleisten ein hohes Maß an Standardisierung und Automatisierung. Darüber hinaus sorgt Fujitsus Prozessoptimierungsmethode Sense and Respond durch Verlagerung von mehr Verantwortung in den Service Desk für die optimale Steuerung der Supportorganisation und proaktive Vermeidung von Problemen und Ausfällen. Nicht Fehlerbehebung ist das wichtigstes Ziel, sondern Fehlervermeidung. Unser „Lean Services“-Ansatz führt zur Industrialisierung der IT-Services. Dies ist eine besondere Stärke der Fujitsu. Wir sind uns darüber im Klaren, welche Bedeutung die strategische Partnerschaft für die AGIS und damit die Allianz hat und werden unsererseits wesentlich dazu beitragen, dass dieses Projekt ein großer und nachhaltiger Erfolg für alle Beteiligten wird.“

Die AGIS hatte angekündigt, gegenüber ihren Kunden weiterhin Full-Service Provider zu bleiben. Wie sind die Verantwortlichkeiten in der neuen Partnerschaft verteilt?

Dr. Kurt Servatius, Vorsitzender der AGIS Geschäftsführung: „Die AGIS bleibt Full-Service Provider. Die Steuerung der Leistungen und die Abrechnung erfolgt durch die AGIS. Auch beim Engineering und im Projektgeschäft hat die AGIS die Führung, hier ist jedoch eine enge Verzahnung der Partner notwendig. Die Leistungserbringung erfolgt im Wesentlichen durch Fujitsu Services. Dies umfasst Bereitstellung, Installation, Betreuung und Wartung. Intern haben wir uns auf die neue Aufgabenteilung entsprechend vorbereitet und die Bereiche Kundenservice und Leistungssteuerung verstärkt. Die Zusammenarbeit mit Fujitsu Services wird auf wenigen leistungsfähigen Schnittstellen basieren. Damit stellen wir eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Kunden sicher. Unsere Strategie lautet auch in Zukunft: die AGIS macht IT: verlässlich, einfach und passend.“

Erst vor kurzem hat die Allianz die Bündelung ihrer IT-Infrastruktur in Westeuropa bekannt gegeben. Wie passt das Partnerkonzept in diesen Kontext?

Dr. Kurt Servatius, Vorsitzender der AGIS Geschäftsführung: „Die beiden Veränderungen gehen Hand in Hand. Ein wichtiger Teil der Neuausrichtung der IT-Infrastruktur in Europa ist die Unterscheidung zwischen Kernbereichen, also Großrechnersystemen und Servern, und Bereichen, die nicht unsere Kernkompetenz bleiben werden, also Desktop-, Netz- und Telekommunikationsservices. Dies geschieht hier genau so wie im deutschen IT-Betriebsmodell. Innerhalb Europas ist der Grad der Eigenfertigung derzeit unterschiedlich. Unser Ziel ist es daher, eine einheitliche Fertigungstiefe sowie die Bündelung der Services bei wenigen, europäisch leistungsfähigen Partnern zu erreichen. Fujitsu Services hat also die Möglichkeit, sich für die Übernahme der Non-Core-Services in den europäischen Ländern zu bewerben.“

Winfried Holz, Geschäftsführer Fujitsu Services Deutschland: „Die Europastrategie der Allianz im Bereich IT-Infrastruktur ist für uns natürlich sehr interessant und passt zu unseren eigenen Wachstumsplänen. Fujitsu Services, als führender IT-Service Provider in Europa, ist in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich profitabel gewachsen und verfügt über einen soliden Auftragsbestand. Heute können wir bereits länderübergreifend mehrsprachige Lösungen zur Verfügung stellen. Um aber in Kontinentaleuropa den Status eines Top Players zu erreichen, müssen wir in Deutschland, Frankreich und Italien unter die Top 5 kommen. Dies wollen wir mit Zukäufen (TDS, dsoftware), über so genannte Deal-based Acquisitions (Strategische Partnerschaft AGIS) und organisches Wachstum erreichen. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt und werden uns selbstverständlich für die Übernahme von Services in den anderen europäischen Ländern bewerben.“